Verkäufe an privaten Immobilienmärkten Chinas sinken in Q1 um 18%

Die Verkäufe an Chinas privaten Immobilienmärkten sanken im ersten Quartal laut neuester Daten um 18%. Nachdem die kommunistische Staatsführung im vergangenen Jahr weitreichende Restriktionen einführte, um die Kauforgie im Sektor der Einfamilienhäuser und Apartments abzukühlen, befinden sich diese Segmente nun deutlich auf dem Rückzug. Die Kaufzurückhaltung potenzieller Interessenten hat unter vielen heimischen Projektentwicklern zu einer Austrocknung ihrer Liquidität geführt. Diese Situation schafft neue Probleme in anderen Segmenten der Häusermärkte großer Metropolen wie Peking oder Shanghai.

Die rückläufigen Verkäufe an Chinas Immobilienmärkten führen nun zu ernsthaften Liquiditätsnöten unter vielen Projektentwicklern – vielerorts sind diese bereits schlimmer als auf dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise im Jahr 2008

Um ihrer finanziell angespannten Lage zu begegnen, bringen viele große Unternehmen nun gewerbliche Immobilienobjekte (CRE) an die Märkte von Metropolen wie Peking oder Shanghai, um über deren Verkäufe dringend benötigtes Bargeld zu generieren. In den urbanen Zentren des Landes führt diese Entwicklung zu einer Flut von Objekten, die nun zum selben Zeitpunkt an die gewerblichen Immobilienmärkte strömen. Dadurch könnte es in absehbarer Zukunft wiederum zu starken Preisnachlässen an den CRE-Märkten kommen.

Die im letzten Jahr eingeführten Restriktionen für potenzielle Käufer an den privaten Immobilienmärkten durch die kommunistische Staatsführung zeigten zuletzt erste Wirkung. Zu den weitreichendsten Neuerungen gehört vor allem die Auflage einer gesetzlich fixierten Anzahl von Immobilien, die eine chinesische Familie erwerben oder besitzen darf. In diesem Kontext wirkt es nicht Wunder, dass die Verkäufe von Einfamilienhäusern und Apartments im ersten Quartal dieses Jahres um 18% gesunken sind.

Der Preisverfall an Chinas privaten Immobilienmärkten lag im April gegenüber März unter Bezugnahme auf neueste Daten bei 0,3%, womit die Preise auf ein 14-Monats-Tief absackten. Um sich dringend benötigte Liquidität zu verschaffen und um ihre Bargeldreserven aufzustocken, verkaufen viele große Projektentwickler nun zum selben Zeitpunkt in der Vergangenheit fertig gestellte Objekte an den gewerblichen Immobilienmärkten. Dazu zählen in erster Linie Bürogebäude und Einkaufszentren. Beobachter rechnen damit, dass sich diese Entwicklung schon in absehbarer Zeit ebenfalls negativ auf die Preise an den CRE-Märkten auswirken wird.

Die Kreditbonität einer ganzen Reihe von großen Projektentwicklern Chinas wurde aus diesem Grunde durch führende Ratingagenturen wie Standard & Poor´s oder Moody´s Investors Service bereits herabgestuft. Vordergründig warnen die Bonitätswächter vor erhöhten Refinanzierungsrisiken der betroffenen Unternehmen und einer sich im gesamten Sektor verschärfenden Problematik bezüglich der Rückzahlung ausstehender Schulden. Laut einer jüngst durch die CEBM Group durchgeführten Umfrage unter chinesischen Immobilienfirmen und Projektentwicklern sind die Liquiditätsnöte unter einer großen Anzahl der Befragten heute bereits größer als auf dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise im Jahr 2008. Man muss sicherlich kein Prophet sein, um zu erkennen, dass dieses Gemisch aus schlechten Nachrichten keine einfache Zukunft für die chinesischen Immobilienmärkte verheißt.