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ISDA betreibt im Falle Griechenlands ein Spiel mit dem Feuer

Bill Gross, Co-Gründer von Pimco und Betreiber des größten Anleihefonds der Welt, erklärte heute, dass die Entscheidung der International Swaps and Derivatives Association (ISDA) brandgefährlich sei, keine offizielle Kreditausfallerklärung im Falle von griechischen Staatsanleihen abzugeben. Dadurch werde ein Umfeld an den globalen Derivatemärkten geschaffen, das die Unsicherheit unter den Investoren in der Zukunft schüren dürfte. Spätestens jetzt werden sich viele Anleger fragen, ob die Papiere überhaupt etwas wert sind.

Hedgefondsindustrie wird vorgeworfen, über den Kauf von CDS-Scheinen auf einen Staatsbankrott der Griechen gewettet zu haben

Gross erklärte heute im Rahmen eines Fernsehinterviews gegenüber dem Nachrichtensender cnbc.com, dass die getroffene Entscheidung der International Swaps and Derivatives Association, keinen offiziellen Zahlungsausfall auf Griechenlands ausstehende Staatsanleihen zu erklären, ein Spiel mit dem Feuer sei. Unter den Käufern von so genannten Credit Default Swaps beziehungsweise Kreditausfallversicherungen wachse nicht nur die Enttäuschung über die Handlungsweise der ISDA, sondern es werde gleichzeitig auch ein gefährlicher Präzedenzfall an diesen Märkten geschaffen.

Es seien vor allem die Manager von Hedgefonds, die den Kauf von griechischen Staatsanleihen über Credit Default Swaps abgesichert hätten. Man könne ihnen aus diesem Grunde nicht den Vorwurf machen, sich an einer potenziellen Pleite des Landes lediglich bereichern zu wollen.

Kritiker werfen der globalen Hedgefondsindustrie vor, über den Kauf von CDS-Scheinen auf einen Staatsbankrott des südosteuropäischen Landes gewettet zu haben, um von dieser Situation finanziell zu profitieren. Sollten die Kreditausfallversicherungen im Falle Griechenlands nicht zum Tragen kommen, werden sich viele Anleger jedoch spätestens jetzt die Frage stellen, ob ihre gehaltenen Scheine überhaupt etwas wert sind.

Die Entscheidung der ISDA, keine offizielle Erklärung zu einem Zahlungsausfall auf griechische Staatsanleihen abzugeben hat zur Folge, dass CDS-Scheine in einem Nettogesamtvolumen von $3,25 Milliarden nicht an deren Käufer beziehungsweise Versicherungsnehmer ausgezahlt werden können. Beobachter teilten unterdessen mit, dass das Wetten auf einen Staatsbankrott Griechenlands per se keine schlechte Sache sei, da Märkte im Allgemeinen nun einmal auf diese Weise funktionierten.

Wenn die Politik jedoch versuche, die natürlichen Marktgesetze immer wieder auszuhebeln, könnte sich diese Entwicklung am Ende katastrophal auf das Vertrauen an den Finanzmärkten auswirken. Angesprochen auf die in Warren Buffetts Jahresbrief an die Investoren getroffene Behauptung, dass sich Anleihen im Allgemeinen zu den gefährlichsten Investments überhaupt entwickelt hätten, konterte Gross, dass der festverzinsliche Sektor immer einen Platz unter den Investoren haben werde, selbst wenn er Renditen unterhalb von 3 bis 4 Prozent pro Jahr abwerfe.