Das A-Team
Einmal im Vollwaschgang by Black Knight
Es war an einem heißen Nachmittag in L.A., als ein schwarzer Van mit roten Streifen an der Seite die Straße entlang gerast kam und mit quietschenden Reifen um eine Kurve raste. Der Fahrer hatte auch allen Grund so zu rasen , denn er wurde von mehreren Wagen der Militär Polizei gejagt. Der Fahrer des Vans schaute seinen grinsenden Beifahrer an und sagte dann: „Mensch Hannibal ich glaub dieses Mal haben wir nicht so viel Glück ! Schau dir die Tankanzeige an.“
Als Hannibal einen Blick auf die Tankanzeige warf die schon auf „Empty“ stand, sagte er : „ OK B.A. wir müssen unseren Van irgendwo verstecken. Am besten du fährst ihn zu den Docks, da gibt es immer leerstehende Lagerhäuser, in denen können wir uns dann verstecken und uns weiter Gedanken machen wie wir am besten vor Colonel Decker abhauen können."
B.A. stimmte zu und sie fuhren auf dem kürzesten Weg in Richtung Docks. In dem Wagen, der die Verfolgergruppe anführte, saß Colonel Decker, der schon ein breites Grinsen aufgesetzt hatte und schon fast jubelte, als er seinem Fahrer Captain Franklin sagte, dass dem Van bald der Sprit ausginge und man sie dann endlich fangen könne. Bei Capitan Franklin war der grenzenlose Optimismus schon längst wieder dem Realismus gewichen, als er meinte : “ Das A-team steuert direkt auf die Lagerhäuser bei den Docks zu, wenn wir sie nicht woher erwischen, ist es aus und sie entkommen uns wieder."
In der Zwischenzeit hatten B.A. und Hannibal sich eine Strategie zurecht gelegt, nach der sie jetzt vorgingen . Als erstes gab B.A. Vollgas und fuhr um eine Ecke, damit die Verfolger nicht wußten in welches Lagerhaus sie fahren. Dann fuhr er blitzschnell in ein offenes Tor und Hannibal sprang raus um das Tor zuzuziehen. In dem Moment ,als das Tor unten war, kamen auch schon die MP's an und fuhren aber nichts ahnend vorbei. Hannibal und B.A. waren fürs erste einmal sicher. Und Hannibal ging siegessicher zu B.A., der sich , was den Sieg betraf , nicht so sicher war, denn bei dem letzten Vollgasmanöver hatten sie den letzten tropfen Sprit verbraucht und lang würde auch Decker nicht brauchen um zu merken ,dass sie in ein Lagerhaus gefahren waren .Doch dann entdeckten Hannibal und B.A., dass in dem alten Lagerhaus ein alter Dodge stand, der bestimmt schon lange nicht mehr lief. Aber als Hannibal B.A. vielsagend ansah, wurde ihm klar das er ihn schnellstmöglich wieder reparieren sollte, um so vielleicht zu entwischen. Während Hannibal und B.A. versuchten die alte Rostlaube in Betrieb zu nehmen, fuhr Decker mit seinen Leuten immer noch den Block rauf und runter um zu gucken, wo der Van geblieben sein könnte. Da er nur ein paar Wagen zur Verfügung hatte, machte es wenig Sinn, mit den drei bis vier Mann die Umgebung abzusuchen. Er beschloss ins Hauptquartier zu fahren, und zu warten, bis einer seiner Männer, die die Lagerhallen durchsuchen sollten, ihm Meldung machte. Hannibal und B.A. hatten inzwischen den alten Wagen wieder einigermassen fahrtauglich gemacht und beschlossen, sich nun ein paar hübsche Überraschungen für Decker auszudenken.Noch in Gedanken versunken hörte Decker nicht, wie Captain Franklin, seine rechte Hand, hereinkam. Dieser räusperte sich, um die Aufmerksamkeit seines Vorgesetzten zu bekommen.
" Was gibt es Franklin?", fragte Decker etwas ungehalten über die Störung.
Der dunkelhäutige Militärpolizist salutierte und sagte dann:" Wir wissen wo das A-Team ist."
Überrascht sah Colonel Decker auf. Für einen Moment war er gewillt zu sagen, wo sich Franklin das A-Team hin stecken könnte. Doch dann dachte er an die triumphierenden Grimassen von Smith, wenn das A-Team dem Colonel entwischte und eine kalte Willensstärke breitete sich aus.
Während er sein Basecup aufsetzte, die Wagenschlüssel vom Tisch angelte und zum Ausgang stampfte murmelte Decker:" Nicht diesmal Smith. " Wenige Stunden später rief Decker in ein Megaphon:" Geben sie auf Smith. es gibt keine Chance zuentkommen."
Entgegen seiner sonstigen Angewohnheiten erst zu schiessen, gab Decker diesmal gleich den Befehl ,das Gebäude zu stürmen. War es seine Selbstsicherheit oder nur eine Vorahnung, er wusste es selbst nicht, aber in diesem Augenblick erwartete er aus dem Inneren keine Gegenwehr.
Eine seltsame Ahnung liess ihn das schlimmste Befürchten, als Franklin erschien und in leiser dringlicher Stimme sagte:" Colonel, besser sie sehen selbst nach."Als dann die MP's unter der Leitung von Decker gerade in das Gebäude eindrangen, wurden auch schon die ersten von einer Gasflasche erwischt, die mit Seilen an der Decke festgemacht war und nun die armen MP's schwingend ins Gesicht traf. Decker war sich unsicher, ob er mit seinen Leuten weiter in das Gebäude eindringen, oder sich lieber doch zurückziehen sollte. Er entschied sich, weiter in das Gebäude einzudringen und schon wurden die nächsten von einem auf sie zuschwingendem Metallrohr getroffen und gingen zu Boden. Jetzt war Decker mit nur noch einem Mann unter wegs, der im gleichen Moment mit seinem Fuß einen Draht auslöste, der wiederum einen Kanister mit einem Gemisch aus heißem Wasser, Kleber, Leim und ein bisschen Teer dazu brachte, sich zu öffnen und seinen Inhalt über Decker und seinen Untergebenen zu schütten. Decker ging zu Boden.
Hannibal stand plötzlich mit dem Grinsen im Gesicht da, das Decker nur zu bekannt vorkam. Decker war völlig außer sich vor Wut und schrie Hannibal an, er würde ihm irgendwann seine stinkenden Zigarren in den Mund stopfen und ihm lachend dabei zusehen wie er erstickte.
Aber Hannibal konterte: “ Eher sterben sie bei dem Versuch uns zu fangen, als das ich an meinen Zigarren ersticke. Außerdem riechen die besser, als die ganzen MP's zusammen.“
„Das reicht“! schrie Decker noch wütender als vorher, und machte einen Versuch Hannibal zu würgen, dieser aber zog schnell einen Colt aus seiner Tasche und richtete ihn auf Decker. Dann rief er B.A., zu er solle den Motor starten und Hannibal sprang noch im Rufen auf die Ladefläche des alten Pickup . B.A. liess den Motor an, und die beiden fuhren mit quietschenden Reifen durch das Tor und um die nächste Ecke. Im Wagen meinte B.A. zu Hannibal, ob er es vielleicht ein bisschen übertrieben hätte, aber Hannibal lachte nur und antwortete: „ Bei solchen Typen wie Decker, da gibt es nichts was übertrieben ist.“
Zur gleichen Zeit kam Face beim Veteranen Krankenhaus an und meinte, dass er von der Staatlichen Gesundheitsbehörde wäre und den Patienten namens Murdock abholen solle, weil sie an diesem ein paar wichtige Tests zum Thema Tuberkulose machen müssten. Als er dann Murdocks Zelle betrat, blinzelte er ihm nur kurz zu und Murdock begann zu husten. Faceman setzte ihn in einen Rollstuhl und brachte ihn zu seinem Wagen. Das A-Team hatte verabredet, dass sie sich um 14.00 Uhr in der Wäscherei von Cindy Brown und ihrem Mann Michael Brown in einem kleinen Vorort von L.A. treffen wollten - sie waren spät dran. Als Faceman gerade losfahren wollte rief Murdock: „ Ahhhhh!!!!! , Billy ich hab Billy vergessen.“
Doch Faceman beruhigte ihn ganz schnell wieder und sagte, dass Billy neben ihm sitze und dass er ihn schon die ganze Zeit so komisch ansähe, als ob er mal dringend muss. Murdock konnte es nicht glauben ,das ausser ihm noch einer Billy sehen konnte, und redete die ganze Zeit kein Wort, sondern dachte über Face nach .“ Ob er wohl auch die Gabe hat, Billy zu sehen“, fragte er sich in Gedanken. „Aber klar“, dachte er sich, und fiel Face um den Hals, was beinahe einen Crash verursacht hätte, weil Face für kurze Zeit das Steuer des Autos loslassen musste.
Fast zeitgleich kamen der alte Pickup Up und die Corvette bei der Wäscherei an. Als alle ausgestiegen waren, fragte Face B.A., ob er sein Auto irgendwo vergessen habe oder ob der neue Wagen ihm mehr zusage und fing sich damit gleich einen bösen Blick von B.A. ein.
„ Nein jetzt sagt mal wo der Van ist“ sagte Face und fügte hinzu, dass er es sich nicht vorstellen könne, dass BA seine geliebten Van freiwillig hergeben würde.“ Colonel Decker war hinter uns her, und wir hatten keine Zeit mehr, um zu tanken“, erzählte B.A. und Hannibal erzählte die ganze Geschichte ihrer Flucht und dem tollen Sieg, den sie davongetragen hatten.
Als er geendet hatte, rollten Face und Murdock mit den Augen und gaben einen langen Pfiff von sich. „WOW da habt ihr ja schon richtig was erlebt“ meinte Face und sagte dann : „Jetzt lasst uns aber zu unserem nächsten Auftrag übergehen.“
Hannibal meinte: „Das ist unser nächster Auftrag, die Wäscherei der Familie Brown.“ Face schluckte, denn sie standen vor einer verkohlten alten Ruine, die früher bestimmt ein schöner Backsteinbau gewesen war. „Das ist unser nächster Auftrag? Das ist ein altes abgebranntes Backsteinhaus, das mal eine Wäscherei sein sollte“ sagte Face. „Genau das ist es“ sagte B.A..
„Eine Straßengang hat das Haus angezündet“ erklärte jetzt Frau Brown, die soeben aus dem abgebrannten Haus kam. „ Sie haben unser Haus angesteckt und uns schon davor die ganze Zeit schikaniert, damit wir das Haus möglichst billig an einen Typen namens O Boyl verkaufen“, sagte jetzt auch ihr Mann, der hinter ihr aus dem Haus kam und allen die Hand reichte. Sie gingen in das alte abgebrannte Haus und das Ehepaar Brown erzählte die Geschichte. „Alles fing mit einem Angebot an, das wir zusammen ablehnten, es kam von einem gewissen O Boyl. Kurz nachdem wir abgelehnt hatten, fingen auch schon die Unfälle an. Unser Trockner explodierte, die Waschmaschine ging kaputt, dann wurde eingebrochen und als wir danach noch immer nicht verkaufen wollten, haben sie unser Haus angesteckt. Wir hatten Glück und kamen noch schnell genug raus. Diesem Scheißkerl wäre es wohl lieber gewesen, dass wir verbrannt wären. Zur Polizei können wir auch nicht gehen, weil einmal im Monat eine beträchtliche Summe auf das Konto unseres Polizeichefs wandert. Und jetzt können sie sich ja auch bestimmt vorstellen, wer die überweist, oder?“
„Schon klar.“, sagte Hannibal, der sich stark beherrschen musste, damit er nicht sofort zu O Boyl ging und das Geständnis aus ihm heraus prügelte. Auch B.A. war schon auf 180 und versuchte, genauso wie Hannibal, sich zu beherrschen.
„Was wollen sie jetzt tun?“ fragte Frau Brown.„ Also als erstes besuchen wir diesen O Boyl mal bei sich Zuhause und ich denke, dass B.A. bestimmt ein paar kleine Geschenke für ihn hat, die ihn nicht besonders freuen werden,“ sagte Hannibal.
„Was für Geschenke?“ fragte Herr Brown.
„ Also ich denke, ab jetzt sollten sie sich zurückhalten und uns die Arbeit überlassen“ beruhigte ihn Face. Und schon sprangen sie auf ihren neuen fahrbaren Untersatz und fuhren in Richtung des Hauses von O Boyl. In dem Gebäude lenkten Face und Murdock die Wachen ab und Hannibal und B.A. verwantzten O Boyls Büro und suchten auch gleichzeitig nach dem Grund für die Schikanierung der Bronw´s durch O Boyl . Als sie fast fertig waren, ging auf einmal eine Sirene los und die beiden Freunde mussten machen, dass sie aus dem Gebäude kamen. Face und Murdock, die den Alarm natürlich auch hörten, liefen zum Wagen und beschlossen, ihren Freunden von draussen Feuerschutz zu geben. Und da kamen B.A. und Hannibal auch schon und sie wurden von 3-4 Wachleuten die mit gezogenem Revolvern hinter ihnen her waren, verfolgt. Da schoß Murdock kurz neben einem Wachmann in die Wand, um sie so daran zu hindern, aus dem Gebäude zu kommen. Auch Face gab jetzt mehrere Schüsse ab, um seine Freunde zu decken. Murdock war inzwischen auf den Fahrersitz geklettert, und wartete nur noch darauf, dass B.A. und Hannibal in den Wagen sprangen und er das Gaspedal bis zum Anschlag durchdrücken konnte. Jetzt waren beide im Wagen und der Pickup up fuhr los.In O Boyls Büro machte O Boyl gerade seine Wachmänner zur Schnecke, als seine rechte Hand Don Pedro, ein gebürtiger Spanier und Anführer einer Straßengang, ins Zimmer kam und seinen Chef und Freund sprechen wollte. Doch bevor er anfing schickte O Boyl noch die Wachleute aus dem Zimmer. Jetzt erst fing Pedro an zu reden und sagte „ Ich weiß was das für Typen waren und wer sie beauftragt hat, es war das A-team, und die arbeiten jetzt für die Bronw´s“.
„Ach die arbeiten jetzt für die Bronw´s und wie sind die an die Typen rann gekommen? Ich dachte, ihr hättet sie Rund um die Uhr überwacht?“ fragte O Boyl. „Ja das schon, aber..“ versuchte Don Pedro sich aus der Affäre zu ziehen.
„Nichts aber“, sagte O Boyl „ihr habt es vermasselt, du und deine blöde Gang . Also ihr tut jetzt folgendes: Ihr fahrt zu der Wäscherei und macht die Typen fertig OK?“„So ist das also “, sagte Hannibal „Sie haben schon den ganzen Block gekauft und nur noch ihr
Haus steht ihnen im Weg.!“
„Na ,so leicht kommen sie nicht da dran“.
„Was willst du tun?“ fragte Murdock. „Ich denke, bald wird eine gewisse Straßengang kommen, die wir empfangen müssen“ antwortete Hannibal.
Und so war es. Wenig später kamen dann Don Pedro und seine 6 Typen an.
Nach einer wüsten Keilerei, krochen die Leute der Straßengang über den Boden zu ihrem Wagen. Aber bevor sie gehen konnten, gab Hannibal ihnen noch den Auftrag, O Boyl zu sagen, dass er eine stinkende Ratte und ein räudiger Kojote sei, der sich nur an Schwächeren vergreifen würde.
Als O Boyl die Nachricht bekam, wurde er erst richtig sauer und fuhr mit der Gang und noch ein paar Söldnern hin um sie endgültig auszulöschen. Aber als sie ankamen, waren schon ein paar schöne Fallen aufgebaut, die ihnen ganz schnell zeigten das sie keine Chance hatten. Da hörte man dann die Stimme von Smith „O Boyl, sie sind immer noch ein räudiger Kojote, aber ich mache ihnen einen Vorschlag: Sie geben ein Geständnis ab, auf Tonband natürlich, und wir lassen sie leben“.
O Boyl, der eigentlich gar nicht auf den Vorschlag eingehen wollte, sah jetzt B.A. mit gezogenem Colt auf ihn zielen und stimmte zu. Kurz nachdem O Boyl sein Geständnis abgegeben hatte, hörte man auch schon die Sirenen der Wagen der MP und das A-Team machte sich aus dem Staub. Wieder griff Decker ins Leere und Hannibal griff im Van schmunzelnd zu einer Zigarre und sagte gönnerisch„ICH LIEBE ES WENN EIN PLAN FUNKTIONIERT.“
Ende
© 09.02.2003